Kaninchen Übersicht

Hermelin-Zwerge

 

Die Herauszüchtung von Zwergrassen ist eine rein sportliche Liebhaberei. Die Hermelin waren jahrzehntelang die einzigen Zwergkaninchen; die Farbenzwerge, die Widder - und Rex-Zwerge kamen hinzu. Wie weit man die Zwergenhaftigkeit treiben kann, zeigt die Tatsache, dass man bereits ein Tiergewicht von 750 g angestrebt hatte.


Geschichtliches

 

Ursprünglich nannte man die kleinen, weißen Tiere "Polnische Kaninchen". 1903 wurden die ersten "Hermelinchen" aus England bei uns eingeführt; sie waren mit weißen Wildkaninchen nahezu identisch. In Deutschland wurde die Rasse völlig umgezüchtet: Die Tiere wurden kleiner und gedrungener, die Ohren kürzer, aus dem Kopf wurde ein "Bollerkopf", aus dem Maul ein "Froschmaul" ; auch das Fell wurde etwas länger. Während des 1. Weltkrieges wurde in Sachen von Zfr. Lohse das Blauaugen-Hermelin erzüchtet. Hermelinkaninchen dominierten zeitweise die Ausstellungen. Heute haben sie zwar eine sehr gute Verbreitung, jedoch lassen viele Tiere in bezug auf die Körperform und Fell noch einige Wünsche offen. man kann halt eine Kaninchenrasse nicht nur noch auf Kopf und Ohren züchten, ohne dass alles andere nachlässt.

 

Körperform, Bau, Stellung, Fell

 

 Das Mindestgewicht der Tiere liegt bei 0,7kg aber Höchstens bei 1,5 kg. Das Normalgewicht liegt bei 1,1 - 1,35 kg.

Der Ausdruck der Zwergenhaftigkeit verlangt ein neues Verhältnis von Körper, Kopf und Ohren. Der Körper ist gedrungen, breit, gut gefüllt, der Stand mittelhoch.

Im Verhältnis zum Körper ist der Kopf groß, kurz und dick. Schnauze breit, Stirnbreite beim Rammler in Augenhöhe ca. 5,5 cm, Stirnbein stark gebogen, die Augenpartie deutlich hervortretend, das Nasenbein ist breit und er hat ein Froschmaul. Bei beiden Geschlechtern gleichmäßig kräftig. Die Augen sind groß, klar und stark hervortretend, aber keine Glotzaugen.

Die Ohren sind sehr kurz, straff aufgerichtet, fein im Gewebe, oben gut abgerundet, eng beisammen und gut behaart.  Eine Länge von 5,5 cm gilt als ideal. Einige vom Ausstellungszüchter als Fehler bezeichnet, werden wenn die Ohren Grob, sehr Fleischig oder schlecht behaart sind. Somit sind sie bei einer Ausstellung nicht mehr mit zu nehmen zu einer Bewertung. Auch dürfen solche Tiere nicht weiter zur Zucht genommen werden, da sonst das Zuchtziel nicht mehr erreicht werden kann. Für die Ohrlänge, die ja 5,5 cm - 7 cm nicht überschreiten soll, werden pro 1/2 cm mehr 1 Strafpunkt abgezogen.

Der Rumpf des Tieres soll Walzenförmig, vorne und hinten gleich breit sind, Hals und Nacken sind nicht sichtbar.  Die Rückenlinie ist ebenmäßig und das Becken gut gerundet. Die Blume (Schwanz) ist dementsprechend klein und fest am Hinterkörper anliegend.

Die Läufe sind Kurz und dem Zwergentyp angepasst, Vorderläufe gerade, Hinterschenkel am Rumpf gut anliegend. Das Fell ist kurz, dicht und weich, Begrannungen fein und gleichmäßig, überstehende große Haarspitzen sind unerwünscht.

Der Körper der Häsin unterscheidet sich von dem  des Rammlers kaum. Ihr Kopf ist geringfügig schmaler. Fehlerhaft ist bereits Wammenansatz.

Farbe

Anerkannt sind die Rotaugen- und Blauaugen-Hermelin. Die Deck- und Unterfarbe werden reinweiß gefordert, gelblicher oder grauer Anflug ist verpönt. Die Augen der Rotaugen (Albinos) sind farblos, das Rot des Augenhintergrundes leuchtet durch. Die Augen der Blauaugen sind blau. Die Krallen sind farblos.

Die Zucht

Mit der Zucht sollte man frühzeitig, möglichst schon im Dezember beginnen, weil das  Längenwachstum der Ohren von der Temperatur (in Grenzen) abhängt. Es muss jedoch dazu gesagt werden, dass  die Hermelin im Winter schlecht aufnehmen, im Frühjahr jedoch ohne Probleme Tragend werden. Hermelin-Zucht ist selbst bei bescheidensten Platzverhältnissen möglich. Die Tiere benötigen nur kleine Ställe und sehr wenig Futter. Geworfen werden durchschnittlich  3 - 4 Junge, denn der Zwergenwuchs hemmt die Fruchtbarkeit. Der Zwergentyp ist spalterbig. Neben 25%  nicht lebensfähigen reinerbigen Zwergen und 25% langohrigen Nichtzwergen fallen aus der Paarung zweier Typenzwergen nur ca. 50% Typenzwergen. Langohrige "Nichtzwerge" können zur Zucht eingesetzt werden. Mit einem typischen Zwerg gepaart, bringt auch sie 50% Typzwerge, allerdings ist ihre Wurfstärke erheblich höher.

 

Soviel zu den Züchtern, die darauf aus sind viele Ausstellungen mit guten Ergebnissen mit zu machen. Aber der Normal Bürger, der ein Kuscheltier möchte, verzichtet oft auf diese Zwerge, da sie ja wie gelesen, oft rote Augen haben. Manchen ist das aber egal, darum bin ich immer der Meinung : Hauptsache das Tier ist gesund und lieb.