Kaninchen Übersicht

Unsere Zwergkaninchen

Schon zu Zeiten Aristoteles, des griechischen Philosophen, der in der Zeit von 384 bis 322 v. Chr. lebte, galt das Kaninchen als gutes Omen. Es war das Symbol für Friedfertigkeit und Intelligenz.
Seit dem 16 Jahrhundert werden Kaninchen in Deutschland ganz allgemein als Nutztiere gehalten. Da die Fleisch und Fellgewinnung der Kaninchen bislang die einzigen Gründe für die Haustierverwertung waren, züchtete man nur große, fleischige Tiere. Die Verstädterung hatte zur Folge, dass die Kaninchenzüchter einfach aus Platzmangel kleinere Rassen den Vorzug geben mussten.
Die Erkenntnis, dass es eine Vielzahl von Liebhabern gibt, die ein Kaninchen als Streichel- und Kuscheltier in ihrer Wohnung halten und pflegen möchten, haben uns veranlasst, eine spezielle Rasse innerhalb der Zwergkaninchen herauszuzüchten, die diesen Ansprüchen gerecht wird. Um das gesteckte Zuchtziel zu erreichen ist erheblicher Aufwand nötig gewesen, um geeignete Elterntiere aus dem europäischen und sogar außereuropäischen Ausland zu beschaffen, die ausreichende Veranlagung haben, den Wünschen der Halter im Familienkreis gerecht zu werden.

Viele Züchter haben sich nun auf sehr schöne und sehr liebe Tiere eingestellt.

Zucht

In der freien Wildbahn wohnen Kaninchen in Erdbauten, die sie selber Graben und die bis zu 2m lang sein können. Die Jungen kommen ohne Fell, blind und taub zur Welt. Sie sind sogenannte Nesthocker, d.h. sie sind völlig hilflos und werden ca. 4 Wochen von der Mutter ernährt und betreut. Rein wissenschaftlich gesehen gehören die Zwergkaninchen zur Gruppe der Hasenartigen. Das Kaninchen unterscheidet sich jedoch in seiner Erbanlage von der des Hasen.
Wir benutzen die Bezeichnung Zwerghäschen nur, weil die Verniedlichung des Namens von den Tierliebhabern einfach gewünscht wird. In den ersten 4 Lebenswochen erhält das Jungtier durch die Muttermilch eine außerordentlich substantiierte Nahrung. Darmuntersuchungen bei wildlebenden Kaninchen haben ergeben,

Von seinem Verdauungsapparat her sind Kaninchen auf leichtverdauliche Pflanzenkost angewiesen. Bei ausreichendem Grünangebot werden diese Tiere NIEMALS Samen und Körner fressen.
E
in guter Züchter lässt die jungen Kaninchen so lange bei der Mutter bis sie eine gewisse Größe haben: Denn man kann nie Pauschal sagen, ich lasse sie 5 Wochen bei der Mutter. Denn es gibt Würfe, mit bis zu 10 Jungen, das zwar seltener, aber 6 bis 8 Junge sind nicht selten. Da die Mutter nicht immer so viel Milch produzieren kann, wachsen die Jungen manchmal nicht so gut. Also lieber eine Woche länger bei der Mutter lassen, als sie zu früh zu trennen. Machen leider auch nicht immer alle sogenannten Züchter. 

Ein Kaninchenweibchen trägt 4 Wochen. Sie braucht zum Bau eines Nestes viel Stroh oder Heu. Besser aber Stroh, denn beim Heu kann es passieren, das sie es auffrisst, eigentlich nicht schlimm, aber die Jungen liegen dann auf dem nacktem Boden. Die Kaninchenmutter baut ,meist kurz vor der Geburt, das Nest aus dem Stroh und es rupft sich eine Menge Fell aus, aus dem Bauch, der Wamme und den Seiten, damit polstert sie das Nest schön aus. Manchmal kommt es vor, das eine Kaninchen das nicht macht und die Jungen auf dem Stroh geboren werden, um das Nest dennoch etwas zu polstern, kann man der Kaninchenmama etwas Fell abschneiden, damit das Nest polstern. Ist aber zum Glück nur sehr selten. Wenn man mal ein tragendes Tier bekommt, sei es aus einem Zoogeschäft oder Privat, sollte man sich keine Sorgen machen, denn die Kaninchenmama, macht alles alleine, wichtig ist, das sie nach der Geburt viel Ruhe bekommt. Also nicht aus dem Käfig nehmen, und den Käfig nicht Komplett sauber machen, nur die Toiletten Ecke, erst wenn die Jungen etwa 3 Wochen alt sind und schon durch den Käfig hüpfen, kann man den Käfig komplett sauber machen. Mit ca. 5-6 Wochen, je nach Größe der Jungen, können sie von der Mutter abgesetzt  und vermittelt werden.

Futter

Leider sind die bisher handelsüblichen Kaninchenfuttermittel für unsere kleinen "Zwerge" schwierig zu verdauen, weil es sich nicht um echtes Kaninchenfutter handelt sonder um Nagerfutter.
Kaninchen sind aber keine Nagetiere, sondern Grünfutterfresser. Sie haben im Gegensatz zu Nagetieren einen sogenannten Stopfmagen, der kaum bemuskelt ist und durch ständige Nahrungsaufnahme mit einem Stopfeffekt arbeitet.
Das heißt, die Kaninchen sollten mit einem hohen Rohfaseranteilen gefüttert werden, wie Heu, Trockenfutter aus gepresstem Grünfutter (Pelletts z.B. von Höveler, feine Körnung), Obst und Gemüse.

Das Futter sollte auf keinen Fall Getreide enthalten.!!!!!!!!!!!!! Denn wenn sie Getreide fressen ist die Nahrung viel zu kalorienreich (leider sehr oft, werden sie dadurch fett und faul) sie sind schnell gesättigt und fressen Stunden lang nichts mehr. Und so können sie gefürchteten Verdauungsstörungen bekommen. Auch Kokzidiose und Trommelsucht können auftreten. Ebenso kann es zu Zahnproblemen kommen, weil der Abrieb fehlt.

D
as beste Futter das man unseren kleinen Freunden reichen kann, besteht aus Pressfutter, sogenannten Pellets. Ich selber füttere meinen Kaninchen Pressfutter von Höveler, die Pellets sind recht klein und den Tieren Schmeckt es sehr gut. Sie sind es schon von klein auf gewöhnt. Man muss sich ja mal über legen, wenn man sich ein Kaninchen zu legt, ob es nun von Freunden, dem Zoohandel oder eigentlich besser von einem Züchter ist, das die jungen Kaninchen, ja in den ersten Lebenswochen das gleiche Futter bekommen. was die Mutter auch frisst. Somit ist es nicht nötig extra sogenanntes Kaninchenbabyfutter zu kaufen. Dieses Futter wird sehr teuer im Handel angeboten, was aber auch für junge Tiere nicht notwendig ist. Besser man bleibt bei dem Futter womit es aufgewachsen ist.

W
enn man in einem Zoogeschäft ein Kaninchen kauft, bekommt man meistens Mischfutter dazu. Aber wie schon oben beschrieben, ist es für die Gesundheit des Tieres nicht zu empfehlen.
Diese Mischfutter ist besser für Meerschweinchen geeignet, da diese eine andere Futter Zusammensetzung brauchen. Sie brauchen ein Ausgewogeneres, abwechslungsreiches Futter. Mischfutter wird auch lieber angeboten, weil es teuer ist. Leider.

Leckerbissen

Auch diese Knabberstangen, die man zu kaufen bekommt, sind nicht gut für Kaninchen oder andere Nager. Da diese auch oft Getreide enthalten

 und mit einer Melasse umzogen sind, die nicht gut für den Magen und die Zähne unsere Tiere. Bei mir bekommen Sie einige Rezepte zum selber Backen, die man dann in Blechdosen halten, als Leckerbissen geben kann. Da sie gut durchgebacken sind, sind sie gut für die Zähne, da sie recht fest sind.
Hin und wieder kann man den Kaninchen auch einige Haferflocken geben. Aber nicht in dem gleichen Napf, wie das Pressfutter. Diese mögen sie sehr gerne. Besonders, wenn sie Junge haben oder erwarten.
Z
usätzlich zur normalen Nahrung sollten Kaninchen einen Mineral/Salzleckstein haben, gerade wenn sie noch jung sind, sind sie ja noch im Knochen- und Zellaufbau. Dann brauchen sie Salze und Mineralien. Hin und wieder brauchen sie auch Vitamine. Da sie ja nicht alle in ausreichendem Maße aus dem frischen Grünfutter bekommen. Am besten reicht man Vitamine über das Wasser, nicht zu oft, etwa alle 14 Tage. Nicht zu oft deshalb, weil Fettlösliche Vitamine sich im Körper ablagern können, nur Wasserlösliche Vitamine werden, wenn es zu viele sind, über den Urin wieder ausgeschieden.

Grünfutter

Viele Vitamine sind in Paprika, Petersilie, Petersilienwurzeln und in Selleriegrün oder Schale.
AN Grünfutter kann man fast alles reichen, was man als Hausfrau nicht mehr verwerten kann. Zum Beispiel, Kartoffelschalen, ungewaschen ohne Sprossen, Salatabschnitte, ganze Salatblätter jeder Sorte, Möhren, Möhrengrün und Schalen, Tomaten, Äpfel, Bananen aber nur wenig, Blumenkohlblätter und Kern, Kohlrabiblätter und Schale.

N
ur keinen Kohl wie Rotkohl, Wirsing, Weiskohl. In diesen Kohlarten sind zu viele Gerbstoffe, die zu Blähungen und Durchfall führen können.

Krankheiten

Wenn ein Kaninchen Durchfall bekommen sollte, ist es ganz wichtig, das es für einige Zeit kein Grün bekommt. Nur Pressfutter, viel Heu und getrocknetes Brot. Letzteres kann auch sonst immer gereicht werden. Gut für Zähne und Magen. Zusätzlich sollte dem Tier bei Durchfall auch Satalina 6 (im Fachhandel) gegeben werden. Dem Wasser wird so viel zu gegeben, das es eine hell rote Färbung an nimmt.
S
chnelle Bekämpfung von Durchfall ist besonders bei jungen Kaninchen wichtig, da sie sonst zu viel Flüssigkeit verlieren und schnell daran sterben können.