Araucana-Hühner

 

Herkunft

Wir haben Hühner einer besonderen Rasse, sie heißen Araucana-Hühner. Die Hühner legen grünliche Eier, die angeblich cholesterinarm sind.
Warum haben die Eier diese Färbung und warum sind sie cholesterinarm?
Bei den Araucana-Hühnern handelt es sich um die einzige Haushühnerrasse, die aus Südamerika stammt. Ihre Heimat ist das Andengebiet, von Chile und Argentinien. Araucana-Hühner wurden beim dort lebenden Araucana-Indianavolk entdeckt und nach ihm benannt.

Zucht und Erhaltung

Erst 1962 wurde in Deutschland systematisch mit der Zucht der Araucana-Rasse begonnen.

1927 erschien im amerikanischen "The National Geographic Magazin" ein Bild von Araucana-Hühnern und ein kurzer
Text. Nach diesem Vorbild betreibt man heute in Deutschland im Sonderverein der Züchter des Araucana- und Zwerg-Araucana-Huhnes eine Erhaltungszucht.

Das Bild im amerikanischen Magazin zeigt die Araucana-Hühner als eine Rasse ohne Schwanz und mit Federquasten an den Kopfseiten, die man im Fachjargon Bommeln oder Tuffs nennt. Neben den Bommeln gibt es aber auch Araucanas, die einen sogenannten Bart haben oder Bart und Bommeln aufweisen. Die Bommeln sind in der gesamten Haushühnerzucht einzigartig, genauso wie die Eischalenfarbe.

Vererbung


Während man in Deutschland eigentlich nur weiße und braune Eier kennt, bringen die Araucana-Hühner die grüne Farbe mit. Diese wird dominant vererbt, das heißt, bei Kreuzungen von Haushühnern mit Araucanas legen die Nachkommen alle grüne Eier. War der Kreuzungspartner ein Huhn mit braunen Eiern, legt die Nachzucht teils olivgrüne Eier.

Im Gegensatz zu braunen Eiern, die nur auf der Eierschalenoberfläche die braune Färbung aufweisen, ist bei den Araucana-Eiern die Schale durch und durch grün gefärbt. Bei dem grünen Farbstoff handelt es sich um Biliverdin, ein Stoff, der beim Abbau von "altersschwachen" roten Blutkörperchen entsteht. Wie die Einlagerung von Biliverdin
in der Kalkschale vonstatten geht, weiß man im Detail nicht. Bekannt ist, dass Araucana-Hennen mit intensiver Blutabsonderung ins Eihaltergewebe (beim Menschen vergleichbar mit der Gebärmutter) grünere Eier legen als Hennen mit geringerer Blutabsonderung ins Eihaltergewebe.

In der Vogelwelt sind grüne Eier keine Besonderheit, ebenfalls nicht im Sektor Geflügelzucht, denn dort legen etliche Hausenten-Rassen grünliche Eier. In der Haushuhnwelt legen jedoch nur die Araucana-Hühner und aus ihnen hervorgegangene Rassen grüne Eier.

Besonderheit

Aufsehen erregten die grünen Eier durch Ihren geringen Cholesteringehalt. In einer Untersuchung durch den Ernährungswissenschaftler Prof. I. Elamdfa von der Universität Gießen hat sich ergeben, dass grüne Eier einmal einen um 9 und einmal um 14% niedrigeren Cholesteringehalt aufwiesen. Weitere Untersuchungen konnten dieses Ergebnis jedoch nicht bestätigen, ja es stellte sich sogar heraus, dass manche grünen Eier einen höheren Cholesteringehalt hatten als braune oder weiße Eier.

Im Endeffekt stellte sich die Sachlage derart dar, dass manche Araucana-Hühner tatsächlich cholesterinarme Eier legen, andere aber nicht. Im Einzelfall müsste man die Eier von verschiedenen Hennen untersuchen lassen, um festzustellen, welche Henne cholesterinarme Eier legt und welche nicht.
Allerdings wird neuerdings der Sinn eines verringerten Eigenusses hinsichtlich des Cholesteringehaltes angezweifelt, da nur ein verschwindend geringer Anteil des menschlichen Cholesteringehalts über die Nahrung aufgenommen wird.

Wie wichtig Cholesterin für alle Lebewesen ist, zeigt eindrucksvoll das Araucana-Huhn. Ohne Cholesterin ist keine Embryonalentwicklung im Ei möglich. Das heißt : Ohne Cholesterin gibt es auch keine Küken. Bei Araucana-Hühnern ist bei einigen Hennen der Schlupf recht schwach, bei anderen nicht. Man muss deshalb sicherlich davon aus gehen, dass ein schlechter Schlupf ein Indikator für einen niedrigen Cholesteringehalt ist. Dagegen kann man annehmen, dass eine Henne mit gut schlüpfenden Küken Eier mit normalem Cholesteringehalt legt.