Übersicht Hamster

Dsungarische Zwerghamster

In ihrer Heimat leben die Dsungaren in den Steppen und am Rande wüstenähnlicher Gebiete im nördlichen, östlichen und mittleren Asien, in der Mandschurei, Mongolei, in Kasastan und weiteren Gebieten wie Transbaikalien, die überwiegend zur Sowjetunion zählen. Sie dringen bis in schneereiche Gebiete vor und halten dort einen mehrere Monate dauernden Winterschlaf, auf den die Nachzuchttiere bei uns verzichten. Am natürlichsten Standort legen die Dsungarischen Zwerghamster neben den flachen Sommerbauten für den Winter tiefe Gänge an, in denen die Vorrats- und Schlafkammern sind.
Im Hamsterheim sollte daher die Einstreu so hoch wie möglich eingefüllt werden, damit die Tierchen ihrem angeborenen Tiefbaubedürfnis nachkommen können. Am wohlsten fühlen sie sich bei uns, bei einer Temperatur von 18° bis 20°C.
Während der Dämmerung und nachts gehen die Zwerghamster in ihrer Heimat auf Nahrungssuche und finden sich sogar in den Zelten und Bauten von Nomaden ein
, um dort nach Nahrungsmittel zu suchen. Bevorzugt verzehren die kleinen Feinschmecker halb- und ganz reife Sämereien aller Art, feine Gräser (gekeimtes Katzengras) und tierisches Eiweiß. Dieses muss mindestens 50 Prozent der Nahrung ausmachen.
Man kann Grillen, Mehlwurmlarven, Heuhüpfer oder getrocknete Garnelen anbieten. Kleine Mengen von festem Obst, einem Mineral- Salzleckstein sowie ein gutes Vitaminpräparat vervollständigen den Speiseplan unseres pelzigen Freundes. Stets braucht er frisches Trinkwasser, das wir in einer Nippeltränke anbieten.
Nässe sollte im Käfig vermieden werden, das bekommt ihm nicht gut.

Im Gegensatz zu den Goldhamstern verfügen die Zwerghamster über keine Flankendrüse. Sie setzen über eine sehr aktive Bauchdrüse, die sich von unten gut an dem fettig wirkenden Fleck im Fell erkennen
lässt, ihre Duftmarken an allerlei Stellen ihres Heimes ab.
Die Zucht verläuft ähnlich wie bei den anderen Hamstern. Nur paarungsbereite Weibchen lassen die Nähe des Männchens bis zur vollzogenen Begattung zu. Anschließend wird der Bräutigam verjagt. Die Tragezeit beträgt 21 Tage, und die Zahl der Jungen liegt meist bei zwei bis fünf Tieren. Es können aber in Ausnahmefällen bis zu zehn Babys geboren werden. Schon nach ca. drei Wochen sind sie selbstständig und mit vier Wochen bereits selber geschlechtsreif, obwohl sie erst nach weiteren zwei Wochen entgültig ausgewachsen sind.

Die Dsungarischen Zwerghamen pflegen. Das Männchen wird nur sporadisch geduldet. Alles andere ist Ausnahme. Zwerghamster (Phonopus sungorus) rangieren in der Beliebtheitsskala gleich hinter den bekannten Goldhamstern. Dazu hat neben ihrem putzigen Wesen auch ihr überaus interessantes Verhalten und die leichte Züchtbarkeit maßgeblich beigetragen. In guten Zoofachgeschäften werden sie deswegen auch immer häufiger angeboten. Als exzentrische Individualisten und ausgesprochene Einzelgänger lassen sie sich - wie alle Hamsterarten - in den gängigen Goldhamsterheimen, die in der Regel zu klein sind, nicht vergesellschaften. Entgegen mancher anderer Berichte kann man auch die Dsungarenmutter mit ihren putzigen Jungtieren nur bis zur Geschlechtsreife der Jungtiere zusammen pflegen. Das Männchen wird nur sporadich gedultet. Alles andere ist Ausnahme.

Geschlechtsreife Tiere sind
außerhalb der Paarungszeit untereinander ausgesprochen mürrisch und aggressiv. Zieht man einen Wurf gemeinsam groß, so muss man ihn in einem geräumigen Nagerheim von über 80cm Länge mit einer möglichst großen Bodenfläche und vielen Versteckmöglichkeiten unterbringen.
Dann kann man interessante Beobachtungen machen und das drollige Verhalten aus unmittelbarer Nähe gut kennen lernen, ideal für Menschen, die berufstätig sind und nach Feierabend noch das richtige Auge für solche Heimlichtuer haben, um sich am munteren Treiben ihrer Pfleglinge z
u erfreuen.

Für Kinder unter zehn Jahren sind die zarten Zwerghamster weniger geeignet, denn während des Tages ruhen sie. Und obwohl sie recht zahm werden und nur in größter Not beißen, sind die Winzlinge als Streicheltiere weniger geeignet.

Am besten eignet sich zur intensiven Beobachtung und optimalen Pflege ein Cricetarium (Hamsterterrarium), weil man darin eine Ministeppe einrichten kann: große Laufflächen auf feinem Quarzsand, eingegrabene Korkeichenröhren (fünf bis sieben Zentimeter im Durchmesser), einige Lochsteine, die es auch im Zoofachhandel zu kaufen gibt, sowie trockene Grasbüschel und stark verästelte Obstbaumzweige (ungespritzt) zum Benagen.

Die possierlichen Zwerge erreichen nur eine Gesamtlänge von ca. zehn Zentimeter einschließlich des nur einen Zentimeter langen Schwänzchens. Als ausgesprochene Leichtgewichte wiegen sie nur zwischen 35 und 40 Gramm. Zoologisch gehören sie der Sogenannten Hamsterfamilie an. Leider liegt die
Durchschnittliche Lebenserwartung auch bei bester Pflege unter der der Goldhamster. Die Dsungarischen Zwerghamster werden etwa zwei Jahre alt.
Neben dem ausgesprochen interessanten Verhalten zum Beispiel bei der Jagd oder bei der Nahrungsaufnahme beigeistert bei diesen Miniteddys ihr seidig wirkendes Fell. Die graubraune bis ockerfarbene Oberseite wird von einem dunkleren Aalstrich auf dem Rücken geziert. Der Bauch ist wüstenfarben und heller, die Beinchen weißlich und auch auf den Sohlen behaart. Dies ist besonders bei der raschen Fortbewegung im Sand, aber auch nach Schneefall günstig, um nicht einzusinken und ausgesprochen wendig zu sein. So entkommen die Tierchen in der freien Wildbahn ihren zahlreichen
Fressfeinden
besser. Hin und wieder tauchen im Zoofachhandel Tiere auf, die noch ihr helleres, fast weißes Winterfell wie in der freien Natur bekommen.