Meerschweinchen Übersicht

Meerschweinchen

Die Freundschaft zwischen Mensch und Meerschweinchen begann vor rund 10000 Jahren. Sehr hoch in der Gunst der Heimtierhalter stehen diese gutmütigen Streicheltiere.

Die ursprüngliche Heimat unserer Meerschweinchen ist Mittel- und Südamerika. Über den ganzen Kontinent, sind dort ihre Urahnen, die Wildmeerschweinchen, verteilt. Zweifelsfrei nachweisen lässt sich,  das diese zu den Nager gehörenden Tiere vor 35 40 Jahrmillionen auf unserer Erde etabliert haben. Vor erst zwischen 9000 und 3000 vor Chr. fand der Übergang vom Wild- zum Hausmeerschweinchen statt. Das hat man an Hand von Ausgrabungen festgestellt. Die Wildtiere wurden in erster Linie wohl von Speisereste zu den Menschen gelockt, vor mehr als 10000 Jahren (also noch vor der Inka- Zeit). Da sie keinen Schaden anrichteten, wurden sie wohl geduldet. Nach und nach gingen dann die Menschen dazu über, Meerschweinchen zu nutzen und zu züchten. Als Opfertiere und auch zur Ergänzung des Speiseplanes wurden Meerschweinchen von den Quetschua, dem Volk der Inkas, genutzt. Verstorbenen mit ins Grab gelegt oder dem Sonnengott wurden braun - und weiß - gescheckte Tiere geopfert. 

Immer mehr Menschen bevorzugen Meerschweinchen als Heimtiere. Damit nicht die Freude an dem neuen Hausgenossen gleich nach dem Kauf getrübt wird, sollte man einige Dinge vorher wissen. Da Meerschweinchen von Natur aus in Rudeln leben, sollte man beim Kauf eines Tieres daran denken, dass es sich nur in Gesellschaft mindestens eines Artgenossen besonders wohl fühlt. Der Mensch kann diesen Artgenossen nicht ersetzen. Am Sozialverhalten der Meerschweinchen können sich allerdings die Menschen ein Beispiel nehmen. Meerscheinchen sind sehr rücksichtsvoll und gehen sehr liebevoll miteinander um. Partnerschaften halten meist ein Leben lang und sind oft sehr intensiv. So kann es durchaus vorkommen, dass ein allein zurückgebliebenes Tier an Trauer zu sterben droht.  Eine Meerscheinchengruppe wird in der Regel durch ein Männchen angeführt, das Ordnung hält., die Jungenbeschützt und sie mit den Weibchen erzieht. Junge Tiere lernen in der Gruppe, sich zu fügen, sich einzuordnen und sich zu benehmen. Daher ist es wichtig, die Jungtiere nicht zu früh von den Erwachsenen zu trennen. Sie sollten bei der Trennung ca. viel bis fünf Wochen alt sein. Bis dahin haben die Jungtiere das nötige Sozialverhalten gelernt. 

Aber leider kann es vorkommen, das Meerschweinchen Männchen schon im Alter von drei Wochen Zeugen können. Habe es in der Praxis schon erlebt, und das nicht nur einmal. Darum sollte man besonders auf das Verhalten achten, gurrt es schon heftig um die Weibchen sollte der oder die Männchen schnell entfernt werden, da es sogar schon seine Schwester oder die Mutter Schwängern kann und letztere sollte nun eine Pause bekommen. 

Da Meerscheinchenbabys vom ersten Tag an voll ausgebildet sind und schon, neben dem Säugen, Erwachsenennahrung zu sich nehmen, werden sie oft zu früh von der Mutter getrennt. So werden nicht selten sehr kleine Jungtiere, nicht älter als 14 Tage, zum Kauf angeboten. Vom Kauf solcher Winzlinge ist dringend abzuraten. Sie sind empfindlich, anfällig für Krankheiten und für Kleinkindhände völlig ungeeignet. Nicht selten stammen solche Tiere aus Massenzuchten, wo nur produziert wird, aber nicht auf eine gesunde Auswahl von Tieren geachtet wird.

Da Meerschweinchen normalerweise  im Alter von fünf bis sieben Wochen geschlechtsreif werden, kann es passieren, dass man bereits gedeckte Weibchen kauft. Dies kann man vermeiden, indem man die Tiere nur da kauft, wo sie sicher nach Geschlecht getrennt gehalten werden. Oder man geht zu einem gutem Züchter. Da kann man nun wirklich sicher sein, das man gesunde Tiere und keine gedeckten bekommt. Außer man will ein tragendes Tier haben, dann kann man es auch kaufen wo man will. Aber wenn man zu junge, gedeckte Tiere bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das es die Geburt der Jungen nicht überlebt.  Dieser weis das Geburtsdatum seiner Tiere, und man hat einen Ansprechpartner, den man direkt verantwortlich machen kann, wenn Probleme auftauchen. Aber kein Züchter kann etwas gegen schlechte Haltung und auch nichts gegen den plötzlichen Tot des Tieres, denn dazu kommt er sehr häufig. Durch zu viel Stress,  durch den Umzug und die Umstellung kann es leider dazu kommen. Sollte man ein gedecktes Tier gekauft haben, wenn es alt genug ist, braucht man sich normalerweise keine Angst um die Geburt machen. Meerschweinchenmamas, schaffen das meistens gut ganz alleine. 

Man kann ihnen ein wenig helfen, indem man ihnen reichlich Vitamine (Vitamin C) und energiereiches Futter anbietet. Die Geburt ist für ein sehr junges Tier belastend, und durch die Ernährung kann man es stärken. Ein verantwortungsvoller Züchter würde sein Weibchen erst im Alter von ungefähr fünf bis sechs Monaten decken lassen, denn erst dann sind sie kräftig genug.

Meerschweinchenväter sollte man ca. zwei Wochen vor der Geburt der Sau trennen. Nicht etwa weil sie sich aggressiv gegenüber den Neugeborenen verhalten würden.  Ganz im Gegenteil, sie bemühen sich intensiv um die Aufzucht. Aber die Säue brauchen vor der Geburt viel Ruhe, und sie sind gleich in den ersten Stunden nach der Geburt wieder paarungsbereit. Eine Dauerträchtigkeit würde die Lebenszeit des Tieres erheblich verkürzen. da die Sau im Abstand von 14 bis 18 Tagen für ca. 24 Stunden brünstig bleibt, kann man überschauen, wie lange der Bock beim Weibchen bleiben darf.

Die Geburt von Meerscheinchen ist auch für Kinder ein unvergessliches und lehrreiches Ereignis, auch wenn die Trächtigkeit geplant war. Man sollte bei der Beobachtung Ruhe walten lassen und die Sau nicht stören. Im Alter von vier Wochen muss man die Tiere nach Geschlechtern trennen. Mütter und Töchter verstehen sich immer. Söhne kann man vor der Geschlechtsreife zum Vater setzen, dann wird der Vater sich auch nicht aggressiv verhalten. wenn man selbst das Geschlecht nicht erkennen kann, helfen einem Züchter oder Tierärzte, Tiere, die man nicht behalten will, sollte man nicht leichtfertig verschenken, denn Meerschweinchen werden immer noch als Schlangenfutter oder für Versuchslabore gehandelt.

Durch gute und intensive Züchtung Verantwortungsvoller Züchter gibt es schon viele verschiedene Rassen. Einige werde ich hier auch vorstellen. Sie unterscheiden sich in der Fellstruktur, Farbe und manche auch in der Größe. Leider gibt es heute auch schon viele Tiere, die total überzüchtet sind. da immer wieder Familienmitglieder mit einander verpaart werden, um Farben und Fellformen zu erhalten und verbessern. Diese Tiere sind oft sehr anfällig für Krankheiten und auch sterben sie schneller.

Ich kann da mit reden, habe Meerschweinchen viele Jahre selber gezüchtet und habe einige dieser Tiere gesehen und auch am Anfang als Laie erstanden. Sie wuchsen nicht gut, blieben oft sehr klein, bekamen keine oder nur sehr schwächliche Jungen und verstarben recht früh.

Einen guten Züchter zu finden ist leider nicht so leicht.

 

Außenhaltung im Winter

Wenn die Nächte länger, die Tage kälter und feuchter; und bald Schnee und Eis ein setzt, da fragt sich der besorgte Meerschweinchenhalter, ob er in der Außenanlage seine vierbeinigen Freunde weiterhin halten kann, oder ob es sinnvoller ist, die Tiere ins Haus zu holen.

Generell können Meerschweinchen in Außenställen und Gehegen überwintern, wenn sie bereits seit dem Frühjahr dort waren und einige Veränderungen an den Schutzräumen bzw. Höhlen vorgenommen werden. Isolierung mit Styropor oder anderen dämmenden Material und Auspolsterung mit viel Stroh ist jetzt natürlich mehr als angebracht, schließlich können die Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt sinken. Da die kleinen Nager immer wieder in den Auslauf rennen, ist ihr Kalorienbedarf auch höher als sonst. Aus diesem Grund ist eine zusätzliche Gabe von Trockenfutter und Vitamin C angebracht. da Wasser in den Schalen und Tränken einfrieren kann, muss natürlich häufiger kontrolliert werden. Es gibt jedoch in den Fachgeschäften sogenannte Tränkenwärmer, die für die Beheizung  der Wasserschalen und Tränken sorgen (achten Sie darauf, dass auch Saftfutter einfrieren kann). Verfügt das Gehege über ein Schutzhaus, kann hierin ein Frostwächter installiert werden, der keinen Frost zu lässt. (Mindestgröße des Hauses beachten - Brandgefahr).

Auch sollte Heu täglich frisch gereicht werden, denn dieses Rauhfutter ist während der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Während der Überwinterung im Freien sollte dringend darauf verzichtet werden, die Tiere ins Haus zu holen, um mit ihnen zu spielen. Eine Erkältung ist für diese Vierbeiner oft Lebensgefährlich ! Fall sie Meerschweinchen  in Kaninchenställen halten, sollten sie diese bei extremer Kälte mit Decken behängen und darauf achten, dass keine Zugluft entsteht. Wechseln Sie auch häufig die Einstreu aus, denn auch Nässe ist sehr ungesund für unsere Meerschweinchen.

Obwohl gegen die Überwinterung der Meerschweinchen in Außengehegen, nach vorliegenden Voraussetzungen, nichts einzuwenden ist, sollten Sie dennoch die Bestimmungen der einzelnen Bundesländer beachten, denn in manchen Ländern dürfen Meerschweinchen nicht einmal unter 15 Grad gehalten werden.