Wichtige Informationen zur Haltung der Landschildkröte  

Vorurteil 1: Schildkröten sind leicht zu halten

Das Gegenteil ist der Fall. Das beginnt schon bei den Temperaturen. Schildkröten sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Umgebung abhängt. Europäische Landschildkröten bleiben nur bei Temperaturen zwischen 25 und 30° C gesund. Sie brauchen Sonnenlicht. Am günstigsten : eine UV- Strahler erwärmt einen Teil des Terrarium , im Rest des Terrariums befinden sich Schattenplätze, wohin sich die Schildkröte zurück ziehen kann, wenn ihr zu heiß wird.

Vorurteil 2: Schildkröten  sind lahm und unsportlich

Die Urviecher sind zwar nicht besonders schnell, aber durchaus bewegungsfreudig. Der Platzbedarf für eine Landschildkröte beträgt vierfache bis achtfache Panzerlänge für jedes Tier, und es darf gerne mehr sein. Langweilig sollte es den Tieren auch nicht werden. Wurzeln und Baumstämme bieten Versteckmöglichkeiten und regen die Tiere zum klettern an. 

Vorurteil 3: Der Schildkrötenpanzer ist unempfindlich

Der Schildkrötenpanzer besteht aus einer Knochen- und einer Hornschicht. Zwischen diesen beiden Schichten liegt ein gut Durchblutetes Gewebe, durch das unzählige Nerven ziehen. Ein Schlag auf den Panzer dürfte das Tiere ebenso Schmerzen wie uns ein Tritt gegen das Schienbein. Übrigens, das einfetten oder -ölen des Panzers schaden dem Tier sogar, weil die Hautatmung behindert wird. Also Hände weg von Pflegemitteln. 

Vorurteil 4 : Was die Schildkröte gerne frisst, kann nicht schlecht für sie sein

Dann könnte man Kindern auch ohne weiteres nur von Schokolade ernähren. viele Schildkröten fressen gerne Hunde- oder Katzenfutter, doch dieses Futter ist zu Eiweißhaltig. Europäische Landschildkröten sollen rein vegetarisch und Rohfaserreich ernährt werden. Tierische Eiweiße führen zu schweren Verdauungsstörungen. Zum weich werden des Panzers und der Kochen und schließlich zum Tod des Tieres.

Überwintern im Kühlschrank

Es gibt drei Möglichkeiten Landschildkröten zu überwintern : in einem frostsicheren Keller, im Freiland oder im Kühlschrank. Obwohl es auf den ersten Blick befremdlich wirkt, ein lebendes Tier in den Kühlschrank zu setzen, hat diese Methode gegenüber den anderen entscheidende Vorteile. Die Temperatur im Kühlschrank sind konstant. Im Freiland und im Keller besteht die Gefahr von Temperaturschwankungen.

Wird  es wärmer als 8°C, wachen die Tiere auf. Im Wachzustand verbrauchen die Tiere Energie - wertvolle Reserven werden angegriffen. Im Freiland können die Schildkröten außerdem von einem Frosteinbruch überrascht werden und dann erfrieren.

Ein Kühlschrank ist rattensicher. Sowohl im Keller als auch im Freiland besteht die Gefahr, dass sich Ratten Zugang zu den Schildkröten verschaffen. Die Nager nutzen die Wehrlosigkeit der Schildkröten während der Winterruhe aus und fressen die Tiere an

Hygienischer ist die Überwinterung im Kühlschrank auch. Er kann leicht sauber gehalten und desinfiziert werden. Außerdem ist die Kontrolle der Tiere (z.B. die regelmäßige Kontrolle des Gewichts) ohne größere Umstände möglich.

Die Tiere überwintern bei Temperaturen zwischen 4°C und 6°C. In das unterste Fach des Kühlschranks stellt man eine mit wasser gefüllte Schale. Sie sorgt für die nötige Luftfeuchtigkeit. Die Schildkröte setzt man in eine Pappschachtel (Luftlöcher nicht vergessen), die gut mit Buchenlaub gepolstert ist. Buchenlaub hat gegenüber anderen Polstermaterialien den Vorteil, dass es nicht zu staubt und schimmelt. Zum Lüften muss die Kühlschranktür ein-, zweimal täglich geöffnet werden.